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Endlich Urlaub – Der Plan

Der Plan

Einmal mit dem Wohnmobil die österreichischen Alpen entlang bis nach Graz und an die Grenze. So ist der Plan. 3D-Bogenschießen. Berge, Burgen und Ruinen anschauen und fotografieren.

Wegen Corona haben wir unsere Wiener Freunden seit 2 Jahren nicht mehr gesehen und auch der gemeinsame Winterurlaub ist ausgefallen. Da dachten wir, es muss ja nicht immer im Winter sein. Warum nicht mal im Sommer? Damit war die erste Station gesetzt: Stein im Ennstal.

Wenn wir schon Freunde besuchen, dann wäre die zweite Idee Ingo und Gina in Friesach zu besuchen. Einmal rüber über die Alpen. Damit haben wir schon die Nordseite und die Südseite abgehakt.

Mehr Pläne haben nicht gemacht. Alles weitere ergibt sich.

Die Kirche in Stein an der Enns

Stein an der Enns

Die Kirche in Stein an der Enns ist herrlich. In der Sonne schimmern die vielen kleinen Marmorsteine. Diese kleine Kirche wurde mit viel Liebe zum Detail,  Sinn für Geometrie und Proportionen gebaut. Das gefällt mir so besonders an ihr.

Innen beeindruckt die Schlichtheit: Einfache weiße Wände wechseln sich ab mit rötlichem Holz. Besonders beeindruckend ist das Fresko im Altarraum. Es wurde von dem Kunstmaler Toni Hafner erschaffen und zeigt alle wichtigen Elemente des katholischen Glaubens zusammengefasst in einem herrlichen Bild.

Zur Geschichte der Kirche: Sie wurde hauptsächlich von zwei Männern aus Stein an der Enns erbaut. Sie hatten sich geschworen, dass sie eine Kirche bauen wollen, wenn sie heil aus dem Krieg zurück kommen. Die Mauern der Kirche bestehen aus Marmor vom  gemeindeeigenen Marmor-Steinbruch.

Wasserfall bei Stein an der Enns

Auf dem Weg zum Sölkpass zweigt ein Tal ab, durch das sich ein kleiner Bach zieht. Am Ende wird das Tal breiter und dort finden wir einen Wasserfall. Kuh müsste man sein. Hier darf jede Kuh so weit laufen, wie sie kann. Irgendwann wird es zu steil also ist auch kein Zaun notwendig. Einmal müssen wir eine Herde auseinander treiben, weil sie auf dem Weg herumstehen und ein Palaver abhalten.

Über den Sölkpass bis nach Oberwölz

Stadt Oberwölz

Der Sölkpass und das Tal dahinter

Ein neues Tal und eine neue Gegend. Zuerst brauchen wir eine Übernachtungsmöglichkeit. Leider gibt es hier in Österreich nicht das Recht auf eine Nacht außerhalb wie in Deutschland oder Schweden. Hier brauchen wir einen Wohnmobilstellplatz oder Campingplatz. Beides ist noch nicht so gut im Angebot wie in Deutschland. Besonders die Wohnmobilstellplätze sind rar.

Unser erster Versuch ist ein Campingplatz bei Murau. Aber das ist nichts für uns. Das ist ein Familienparadies.

Wir fahren weiter und versuchen es beim Campingplatz Burg Rotenfels. Und hier erleben wir eine Überraschung: Direkt unter der noch sehr gut erhaltenen Burg liegt ein Campingplatz in Terassen am Hang angelegt. Er ist höchstens 20% belegt. Überall Bäume und Schatten. Die Wiese sieht nicht so aus, als hätte sie schon viele Camper gesehen. Wir finden einen Platz von dem aus wir nur wenig von den anderen Gästen sehen. Dafür Bäume, Büsche, Berge. Wow. Hier bleiben wir erstmal.

Stadt Oberwölz

Historische Stadt mit 3 gut erhaltenen Stadttoren.

kleinste Stadt der Steiermark (2013).

Bestimmt kleinste und vielleicht älteste Tankstelle.

Herzog Albrecht I. erlaubte 1298 den Markt mit einer Ringmauer zu befestigen. 1305 wurde Oberwölz zur Stadt erhoben. Sie spielte vor allem als Eisenumschlagplatz eine große Rolle.

 

Die Eselberger Alm

Die Eselsberger Alme liegt am Fuße des 2.400 m hohen Greim. Hier wird noch traditionelle Almwirtschaft betrieben. Nach hinten wird das Tal immer enger und der Blick nach oben zu den Gipfeln belohnt den weiten Weg vom Tal herauf.

Diesmal lassen wir uns wirklich treiben und den Floh, auf die Alm zu fahren, hat uns ein Oberwölzer Wirt ins Ohr gesetzt. Wir wollten uns noch einen Kuchen gönnen, bevor wir uns ins anstrengende Einkaufserlebnis im örtlichen Supermarkt stürzen. Er hat so vom Schweinebraten auf der Knöllhütte geschwärmt, dass wir uns kurzfristig entschieden haben das Abendessen auf die Hütte zu verlegen. Für eine ausgedehnte Wanderung war’s zu spät, aber auf dem gut ausgebauten Forstweg war das auch mit dem Bus kein Problem.

Und der Schweinebraten war wirklich gut.

 

Burg Rotenfels in Ober Wölz

Burg Rotenfels

Die ersten Aufzeichnungen zur Burg finden sich irgendwann um 800 n. Chr. Damals gab es die Burg noch nicht in seiner heutigen Größe, sondern bestand nur aus einem einzelnen Wehrturm. Leider wurde er irgendwann zerstört und ist nur noch auf alten Bildern zu sehen.

Den Namen hat die Burg vom roten Felsen bekommen, auf dem sie gebaut wurde. Da dieser Granit so hart war, dass er damals nur mühsam bearbeitet werden konnte haben die Baumeistern die Burg einfach auf und um den Felsen herum gebaut. Deshalb gibt es viele verwinkelte Treppen und Räume. Dazwischen kommt immer wieder der Fels zum Vorschein.

Ursprünglich wurde diese Burg vom König dem Bischoftum Freising übereignet. Die Burgherren waren auch gleichzeitig für die  Gerichtsbarkeit zuständig. Es sind aus dieser Zeit noch Aktenschränke vorhanden deren Aufschrift zeigt, wann welche Unterlagen erstellt und in welcher Schublade sie abgelegt wurden.

Ruine Steinschloss

Burg Hochosterwitz

Die 14 Tore

Die 14 Tore, die den Burgweg schirmen, sind das Wahrzeichen von Hochosterwitz. Ihre äußerst geschickt und technisch richtig durchgeführte Anlage machte die Burg erst uneinnehmbar, da der Gegner Tor für Tor erobern musste, dabei aber von allen Seiten einem Angriff ausgesetzt war.

Wie an alles gedacht war, beweist zum Beispiel die Verteilung der Feuerstellen, die zum Abfeuern der Kanonen und sonstigen Feuerwaffen in der damaligen Zeit unumgänglich notwendig waren. Eine italienische Vorschrift vom Jahr 1611 lautet: Da das Wiederanzünden mittels Stahl, Stein oder Zunder und Schwefel den Soldaten im Freien oft durchaus unmöglich ist, sollen bei jedem Tor und jeder Bastion Herde mit Kohlenfeuer vorhanden sein! Auch war vorgeschrieben, stets auf den Wachstuben zwei Lunten brennend zu erhalten. In Hochosterwitz war in dieser Hinsicht in folgender Weise Vorsorge getroffen: Die Feuerstelle im zweiten Tor war auch für das erste und dritte ausreichend.

Das vierte Tor hatte in dem dazugehörigen Wachturm seine Feuerstelle. Im fünften Tor war eine solche vorhanden. Die beim sechsten Tor nun nicht mehr bestehende Feuerstelle an der Bastionsecke hatte für dieses und das siebente Tor zu dienen. Für das achte und neunte Tor war eine Feuerstelle im Wachturm vorhanden, während die Tore 10, 11, 12 und 14 ohne Schwierigkeit von den beiden Feuerstellen des Tores 13 versorgt werden konnten.

Dass diese Feuerstellen auch für sonstige Bedürfnisse der Mannschaft in Verwendung waren, bedarf wohl keiner besonderen Erwähnung. In gleicher Weise wie die Erhaltung des Feuers war auch das Bereithalten von Wasser für die Verteidigung insofern eine Notwendigkeit, als durch dasselbe die Wirkung der geschleuderten Brände zu verhindern war und auch gegen Zufallsbrände im Innern der Befestigungsanlagen vorgesorgt werden musste. Die Tore und Wachttürme waren jedenfalls mit Wasserbehältern für genannte Zwecke ausgerüstet, von welcher noch drei Stück in Original im großen Burghof aufgestellt sind.