Vince und ich gehen dem Thema Working Equitation auf den tiefsten Grund

Die spannendsten Abenteuer fangen meistens mit unserem großen blauen Ungeheuer an. Warum können wir denn nicht zum Abenteuer laufen? Warum muss es ein Pferdehänger sein?

Diesmal ist das Ungeheuer der Auftakt zu einer Fahrt zu Katharina Möller und einem Kurs in Working Equitation. Meine Freundin Judith hat noch etwas anderes im Sinn, aber davon erfahre ich erst später. Und dann kommt auch noch Vince dazu. Jetzt bin ich überzeugt, dass die Fahrt bestimmt nicht langweilig wird und wir wirklich ein grooooßes Abenteuer vor uns haben.

Auf dem Hof angekommen bekommen Vince und ich einen schönen kleinen Stall etwas außerhalb mit Paddock und Blick über den Hof. Meine Freunde Judith und Karsten stehen mit dem Wohnmobil auch auf dem Hof. Das ist schön, denn sie kommen jeden Abend nochmal mit leckerem Nachtisch vorbei.

Am ersten Tag ruft die Pflicht: Eine Stunde anstrengender Reitunterricht bei einer neuen Reitlehrerin. Was hat sie bloß mit den Ecken? Ist doch wurscht, ob ich in die Ecke gehe oder bischen abkürze. Energiesparen ist schließlich vernünftig, also warum in die Ecke und dann wieder raus?

Dafür wird der nächste Tag super interessant. Wir gehen auf die Wiese. Dort ist ein riesiger Spielplatz aufgebaut. Holzkühe, Brücken, Planen und bunte Tonnen. Sogar Baumstämme auf einem kleinen Hügel. Das macht richtig Spaß und wir springen über einen der Baumstämme – bergauf! Das haben wir noch nie gemacht und es funktioniert.

Es steht auch eine Tonne dort. Judith will da hin und ich auch. Mal sehen, was da drin ist. Dann fängt Judith an zu zappeln. Gott noch mal, halt endlich still da oben und lass mich doch erstmal in Ruhe gucken. Da unten auf dem Boden der Tonne ist was, das will ich unbedingt noch sehen. Aber sie kann da schon ziemlich nervig werden und ich gebe nach. Toll, nur weil Du den Stock da drin haben willst muss ich mich rumdrehen.

Den Stock braucht sie dann, um an den Kranz auf der Kuh zu kommen. Sie hat halt doch zu kurze Arme. Hätte sie erklärt, was sie will, dann hätte ich den Kranz auch ohne Stock zur Tonne bringen können.

Karsten, Judith und ich beim Bogenschießen

Wie ich schon erwähnt habe, Judith und Karsten haben sich was besonderes ausgedacht. Sie wollten endlich ausprobieren, was ich zu ihrem anderen Hobby zu sagen habe: Bogenschießen.

Zum Glück lassen sie es ruhig angehen und ich darf erstmal nur schauen, was sie da tun. Das Sirren der Bogensehen ist etwas komisch und das Tock mit dem der Pfeil die Scheibe trifft auch. Aber es sieht schon spannend aus.

Als nächstes sitzt Judith auf und Karsten führt mich an der Zielscheibe vorbei. Jetzt kann ich nicht genau sehen, was Judith auf meinem Rücken tut und das Sirren kommt etwas unerwartet, aber Karsten ist ja da und scheint total entspannt zu sein. Also alles im grünen Bereich.

Dann müssen wir zwei das alleine ohne Karsten machen. Und sogar im Trab. Judith ist da oben so beschäftigt, dass sie die Zügel auf meinen Hals gelegt hat. Ich bin dann mal in der Stangengasse gerade aus gelaufen. Richtig so? – Keine Antwort von oben. Dann dachte ich mir – der Tag war lang und anstrengend, es wird dunkel, das Futter ist schon angerichtet, der Pfeil hat die Scheibe getroffen. Aufgabe erledigt. Also … geh‘ schon mal zum Ausgang. Bin schließlich erwachsen und kann auch eigene Entscheidungen treffen.

Die Portion Futter war dann tatsächlich reichlich und Leckerli gab’s auch. Wir haben heute einen tollen Job gemacht und waren alle zusammen sehr zufrieden.